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Die Frage, die jeden bewegt der Neuweltkameliden halten möchte, ist natürlich:
Was benötige ich dazu?
Als erstes einmal eine Weide. Die sollte bei 2 Tieren mindestens 1000 qm groß sein. Mehr erleichtert einem die Arbeit. Hier sollte man auch
überlegen, dass es vielleicht besser ist, die Weide aufzuteilen (Portionsweide). Die Stücke werden dann optimaler abgefressen und der abgefressene Teil kann sich nachher besser erholen. Auch das „eintreiben“ der
Tiere, z.B. zum Halftern usw., geht natürlich dann einfacher.
Möchten Sie das Heu selbst machen? Dies wird selten der Fall sein, da die wenigsten die entsprechenden
Geräte und die nötigen zusätzlichen Wiesenflächen haben. Am Anfang, als wir nur wenige Neuweltkameliden hatten, haben wir mit der Sense gemäht. Dies ist jedoch ein ziemlicher Aufwand und
man sollte es sich gut überlegen. Einfacher ist es, Heu beim Bauern zu kaufen. Da ein ausgewachsenes Lama im Jahresdurchschnitt ca. 1,5 –1,75 kg pro Tag braucht - ein Alpaka etwa die Hälfte – sind die
Kosten sehr überschaubar. Im Sommer wird sehr wenig Heu gefressen, dafür natürlich in der Zeit, in der kein Gras wächst, mehr.
Man sollte überlegen, wo man die Ballen lagert. Kleine Ballen sind handlicher aber etwas teurer.
Rundballen sind billiger aber ohne Traktor und /oder Hänger nur schwer zu transportieren.
Wir haben das Glück, das wir immer nur einen Teil der benötigten Jahresmenge an Heu mit unserem
Pferdehänger abholen müssen. Die Bauern lagern den Rest bei sich im Heuschuppen ein.
Als Unterkunft reicht normalerweise ein an drei Seiten geschlossener Unterstand mit 2qm/Tier aus. Doch
Vorsicht! I.d.R. kann niemand im Außenbereich bauen. Manchmal werden fahrbare Unterstände oder Weidezelte geduldet. Also überlegen Sie vorher genau, ob und was möglich ist.
Ein schöner Stall ist nicht schlecht (z.B. für Notfälle), aber da Lamas und Alpakas nicht für die Stallhaltung
geeignet sind, sollte man Ihnen dann die Möglichkeit geben, jederzeit an die frische Luft gehen zu können. Eine Höhe von mindestens 2 m sollte man einkalkulieren.
Als Pfosten eignen sich Holzpfosten oder, bei uns am häufigsten verwendet, T-Pfosten aus alten
Eisenbahnschienen. Letztere sind leicht zu entfernen und wiederzuverwenden.
Der Zaun – aber welcher ? Wir verwenden Knotengeflecht in einer Höhe von 1,50 m bis 1,60 m. Dies
reicht im Normalfall für Lamas und Alpakas aus. Natürlich kann man auch unten Knotengeflecht und oben Elektrozaun nehmen.
Nur Elektrozaun würde ich persönlich nicht nehmen. Trotzdem einige Bemerkungen aus der Literatur und
aus dem Reden mit anderen Züchtern und Haltern.
Um optimale Sicherheit zu gewähren sollte der Zaun abwechselnd mit Draht/Seil und Band angelegt
werden. Der Draht bzw. das Seil, damit auch die bewollten Tiere noch mit dem Strom in Kontakt kommen und das Band damit zusätzlich noch der Zaun besser gesehen wird. Von unten nach oben sollte also
Draht/Seil – Band – Draht/Seil – Band – Draht/Seil angebracht werden. Von den Kosten her ist das nicht günstiger als Knotengeflecht, da auch noch eine Batterie gekauft werden muss.
Bitte beachten Sie bei der Planung, das die Tiere sich gerne unter dem Zaun durchfressen, falls auf der
Weide das Gras nicht ganz so schön ist.
Ein Holzzaun ist sehr stimmungsvoll, aber auch ein teures Vergnügen.
Bedenken Sie, dass der Zaun nicht nur Ihre Tiere auf dieser Weide halten, sondern das auch kein fremdes
Tier, z.B. ein Hund, hinein gelangen soll.
Sinnvoll ist unserer Ansicht nach auch ein Paddock von ca. 20 qm vor dem Unterstand. Hier können die Tiere auch mal auf den Tierarzt warten.
Auf jedenfall sollte ein „Trainingsraum“ angelegt werden, wie es Marty McGee ( „Das
Kamelidenkompendium“) empfiehlt. D.h. ein Raum von 3 m x 3 m für Lamas – nur für Alpakas etwas kleiner – und so hoch, dass die Tiere gar nicht erst auf die Idee kommen, darüber springen zu wollen.
Neuweltkameliden brauchen täglich frisches Wasser. Aber ein 1000 Liter Faß für 2-3 Tier ist wohl sehr
stark übertrieben. Rechnen Sie mit 4 bis 8 Liter pro Tier am Tag. Das Wasserbedürfnis ist abhängig vom Wetter und vom Feuchtigkeitsgehalt des Futters. Wundern Sie sich deshalb nicht, wenn an manchen Tagen
so gut wie kein Wasser getrunken wird. Hier genügen Eimer oder - komfortabler - Tränken mit Schwimmer.
Ein Salzleckstein und ein Mineralienstein sollten nicht fehlen. Mittlerweile gibt es spezielle Steine für
Lamas und Alpakas. Leider haben unsere Tiere diese jedoch nicht angenommen. Sie gehen am liebsten zu denen für Pferde. Das abschaben mit den Zähnen nutzt diese vielleicht auch etwas mehr ab. Dies tut
besonders den Alpakas gut.
Es gibt auch Mineralien in Pulverform. Dies wird gerne genommen und kann sicher gut angeboten werden.
Zusatzfutter ist vom Prinzip her nicht unbedingt notwendig. Meist kommt der Masttrieb des Menschen dabei
durch. Die Tiere bekommen hier in Deutschland normalerweise so gutes Gras, das man wirklich keine Angst haben muss. Wir haben Tiere, die noch nie an Zusatzfutter gegangen sind, aber zu den größten und
schwersten gehören, die sich in unserem Besitz befinden.
Geviertelte Äpfel, Möhren etc. können in Maßen gegeben werden. Im Winter sind klein geschnittene
Fütterrüben auch ein Futter, das gerne genommen wird, bitte jedoch auch nur in kleinen Mengen. Aber man darf sich nicht wundern, wenn manche Tiere nicht an dieses Futter gehen.
Unsere Stuten bekommen nach der Geburt der Fohlen schon mal etwas Zusatzfutter. Auch hier gibt es
mittlerweile verschiedene Anbieter. Vom Prinzip her sind alle diese Angebote in Ordnung.
Übliche Futterraufen sind nicht unbedingt notwendig, können aber verwendet werden. Dicht am Boden
befindliche, aus Brettern zusammengefügte Heuboxen, sind in Ordnung. Das Heu sollte nicht naß werden (Holzrost ,-boden, Dach). Unsere Lamas und Alpakas fressen lieber in Bodennähe als an der höher
angebrachten Futterraufe. Je mehr Futterstellen desto besser, da die Neuweltkameliden dann weniger Streß beim fressen haben.
Nach Weihnachten kann man seinen Weihnachtsbaum (Bitte vorher abschmücken!) den Tieren geben.
Gerne gehen Sie dort mal zupfen. Gerade nach einem kleinen (Spuck-)Streit suchen die NWK Tannen und Fichten auf, um den wohl für Sie unangenehmen Geschmack zu überdecken.
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