Einige allgemeine Bemerkungen zu Lamas und Alpakas

In Südamerika leben die Neuweltkameliden. Zu ihnen gehören die Wildformen Guanaco und Vicunja, sowie die seit Jahrtausenden gezüchteten Haus- und Nutztierarten Lama und Alpaka. Von alters her wurden wohl die beiden letzteren als Woll- und Fleischlieferanten gezüchtet. Jedoch wurde das Lama auch als Transporttier auf den schmalen und mit Treppen versehenen Pfaden der Anden eingesetzt.

Nach der Eroberung durch die Spanier brach die Zucht dieser Tiere vollkommen zusammen und man schätzt, dass etwa 90% aller Lamas und Alpakas getötet wurden oder an den eingeschleppten Tierkrankheiten verendeten. 

Erst im 20.Jahrhundert wurde die gezielte Zucht dieser schönen Tiere nach und nach wieder in Südamerika aufgenommen. Das wachsende Interesse im Ausland gab dem ganzen sicher noch einen Schub.

Schon wenig nach den ersten Importen von Lamas und Alpakas nach Deutschland wurden diese Neuweltkameliden (NWK) als landwirtschaftliche Nutztiere anerkannt (1996).

Alpakas haben ausgewachsen eine Größe von ca.75 cm bis 100 cm. Ihre Ohren laufen Spitz zu und der Schwanz sitzt sehr tief am Rumpf. Stuten haben ausgewachsen ein Gewicht von ca. 60kg, Hengste von etwa 80 kg.

Man unterscheidet zwei Alpaka-Typen: Huacaya und Suri.

Lamas haben sogenannte „Bannanenohren“. Die Krümmung geht nach innen über den Kopf. Der Schwanz ist sehr hoch am Rücken angesetzt. Sie erreichen eine Größe von 100 cm bis 125 cm und eine Gewicht bis 180 kg.

Hier unterscheidet man sogar drei Typen: leicht bewollte (Classic), mittel bewollte und stark bewollte (Wooly) Lamas.

Neuweltkameliden besitzen an jedem Fuß 2 Zehen (Paarhufer). Die Auftrittfläche an jedem Fuß besteht aus Schwielen. Daher gehören sie zu den Schwielensohlern. Diese Schwielen verhindern, daß der Boden zu sehr leidet.

Diese Tiere sind keine „echten“ Widerkäuer, da sie nur einen dreigeteilten Magen besitzen.

Das Spucken geschieht aus nachfolgend aufgeführten Gründen gegenüber Artgenossen.  Es wird bei Zwistigkeiten der Tiere untereinander zur Warnung, Abwehr und bei Rangkämpfen angewandt. Allerdings wird zuerst durch Körperhaltung der Gegner oder Konkurrent gewarnt. Das erste Spucken geschieht dann eigentlich nicht gezielt. Erst wenn die Belästigung durch den anderen anhält, kommt das gezielte Spucken.

Lamas /Alpakas können bis 20 Jahre alt werden. Geschlechtsreif werden die weiblichen Tiere bei den Alpakas nach 1,5 Jahre, bei den Lamas nach 2 Jahren. Auf jeden Fall sollten die Stuten mindestens 2/3 des Gewichtes eines ausgewachsenen Tieres besitzen, bevor sie gedeckt werden. Hengste brauchen etwas länger zur Geschlechtsreife. Die Trächtigkeit dauert etwa 11,5 bis 12 Monate. In Einzelfällen aber auch schon mal etwas länger. Das Fohlen hat ein Geburtsgewicht bei den Alpakas von 8-9 kg und bei den Lamas 10 bis 16 kg.

Neuweltkameliden sind Herdentiere. Darauf muß man im Interesse und der Gesundheit der Tiere Rücksicht nehmen. Dies bedeutet, man braucht jeweils mindestens 2 Lamas oder 2 Alpakas. Eine Vergesellschaftung mit anderen Tieren ist möglich, ersetzt aber nicht den Artgenossen.

Dies sind nur einige kurze Informationen. Bitte informieren sie sich in der entsprechenden Literatur genauer.